Vanescos Kunst ist transkulturell. Seine Arbeit beschäftigt sich mit der
Frage des Woher und des Wohin, er umkreist das Wesen des allen
Menschen Gemeinsamen, der Menschlichkeit in all ihren Facetten.
Hierfür verwendet er eine Kunstgattung, die ihm größtmögliche Freiheit
und Authentizität ermöglicht, die Installation. Seine Fundstücke aus der
Natur und aus den Relikten menschlicher Produktion – alles gleichermaßen
dem Verfall unterworfen – fügt er zu Objekten, die durch ihre Komposition und die Aufladung des Raumes neue und alte, oft überraschende Sinnesebenen erschließen, eine Symbolsprache bekommen.
Diese Symbolik entstammt nicht der traditionellen Kunst, sondern entwickelt
sich aus der Unmittelbarkeit, dem durch keinerlei Abbildhaftigkeit
gebrochenen Realitätsgrad, der Alltäglichkeit seiner Objekte, sie liegt also
in der Alltagserfahrung des Menschen selbst begründet.
Vanesco schreibt dem Betrachter nicht vor, in welche Richtung er zu denken
und zu fühlen hat, sondern überlässt es seiner eigenen Erfahrung, sich
mit eigenen Sinnen dem Thema zu stellen. An diesem Punkt muss sich der
Betrachter seinem Menschsein stellen.

Formal wie inhaltlich beschäftigt sich Vanesco folgerichtig nicht mit einem
bestimmten Kulturkreis, sondern nutzt eine allgemeingültige Formenwelt,
um die häufig verschüttete Seh- und Gefühlswelt des Einzelnen anzusprechen, ihn zum Schauen aufzufordern. Das Kunstwerk in seiner materiellen Vergänglichkeit entsteht so nicht vor dem Betrachter, sondern in ihm. Vanescos Frage nach dem Woher und dem Wohin findet in seiner Arbeit keine vorformulierte Antwort, sondern wirft eine neue Frage auf, nach
dem was für uns wichtig ist, was bleiben wird – was ist was.


Kornelius Otto
Kunsthistoriker München

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